Die Ruhe

Der Himmel ist rot
in dieser Nacht

alte Bücher
starren uns an
sie fühlen
keinen Scham

du berührst
mich

denn du hast
meine Seele beruhigt

Die dunklen Tage

Die Frau
gegenüber
von mir
liest Krabat

und eine graue Decke
legt sich
über die Lichter
der Stadt

die Ungewissheit
beginnt

Häuser
Türme
Säulen

verschwinden

sind wir
nur ein Traum

und was geschah
damals
in diesem Raum

die dunklen Tage
haben begonnen

In der Dunkelheit

Wenn ich kurz
mir meine Hände
vor die Augen halte

und sie schließe

wirst du da sein
wenn ich sie wieder
öffne

Panik

unbeschreiblich

ich könnte mir
meinen Kopf
durchschießen

Das Monster

Das Monster
unter meinem Bett

ist immer da

und wartet
bis ich mich verzähle
mich selbst verfehle

einen Schritt
zu viel
oder an die falsche Stelle

Fehltritt

es schnappt zu
packt mich
an beiden Füßen
zieht mich
holt mich
in die Dunkelheit

und dann flüstert es
mir die schlimmsten Geschichten
ins Ohr

was könnte
was würde
was vielleicht
ist

Verlust
Verlassen

ich versuche
ihm den Sinn
zu entnehmen

es lässt mich
nicht los
egal wie ich schreie
egal wie ich weine

oder einfach
versuche
zu atmen

es erstickt mich

dabei existiert es
doch garnicht

Gedanken überfallen

Des Unbehagens Schatten
malt sich
an die Wand

ein Schauer
im warmen Licht
meines Zimmers

Hände zittern
Herzklopfen

Gedanken über
Gedankenfallen
überfallen
meinen Kopf

und ich falle

Collidere

Als wir
kollidierten

im lichtlosen
Raum

und sich uns
die Erde erschloss

bevor sie zerfiel
im zarten Schein
einer neuen Idee

da waren wir zwei

weil es noch Zahlen gab

Im zeitlosen Zimmer

Ein Körper
im treiben
des Raumes

der Leere
zwischen den Sternen

zwei Körper
im treiben
der Leere
des Raumes
zwischen den Sternen

sie sind schwer
und miteinander
leicht
atmen den Staub
des fast vollen
Mondes

der Nacht
des Morgens
des zeitlosen
Zimmers

ihre Körper
vereint
ihre Seelen
schwebend
im Nebel
der Nacht

und sie
atmen nicht nur
den Staub
des Mondes
sie atmen einander

ein
und wieder aus

zwischen den Sternen

Einhundertdreiundvierzig war einmal

Elf Jahre wachsen
Elf Tage warten
Elf Minuten weinen

Elf Sekunden lieben

der elfte Tag
naht
und die Naht
löst sich

kalter Regen
im Wind

da ist ein Tag
gewesen
vor fast einem Jahr
der mich
verändert hat

der Moment
in dem unsere Herzen
kollidierten
meine Seele
mit der deinen
verschmolz

ich wache auf
der Himmel bedeckt
die Wolken treiben
unruhig im Wind
ich höre sie atmen
und sie öffnen sich
die Tropfen
füllen mich

ein blauer Himmel
bleibt

und ich komme
nach Hause
heute

und weiß
der Tag naht
meine Naht
löst sich

Tränen rollen
Gedankenschauer
Gewitterwolken
ich verlor dich
nur die Erinnerung
nicht

einhundertdreiundvierzig

das Symbol
unserer Liebe
war einmal

fast zu schön
um wahr zu sein
erzählt zu werden

fast zu tragisch

um zu sein

Auftritt im Tommy- Weisbecker-Haus

Gestern Abend war ich bei einer Soliparty im Tommy-Weisbecker-Haus und habe zwei meiner Texte vorgelesen. Ich war von der Offenheit der Zuschauer*innen, all den positiven Reaktionen und dem Lob sehr berührt. Danke für diesen tollen Abend.

„Lasst die Frauen kommen“:

„Keine Angst“:

Halbmond

Wolken ziehen vorüber
Zeit verstreicht
der Mond geht auf

einer halber
unvollständiger
einsamer Mond

ein Mond
der weint
im Licht der Sterne

wie die Menschen
auf der Erde