Tango auf Gräbern

Versunken
vergraben
in dem tiefen
Taucherbecken
meines Kopfes
verloren

ist die
Erinnerung
an dich
und alles
was einmal
so nah
war

du erscheinst
mir so
gespalten

mitten
in der
Nacht

Zorn
zieht
zehrend

zerrt

zwischen
zwei
zwickenden

Stellen

unsere Haut
ineinander
unsere Seelen
im See
versenkt

zarter
Zucker
Zusammen

einsam

du tanzt
zärtlich
mit mir
in jenem
stockdusteren
dunklen
Zimmer

du erhebst
dich
über mich
läufst fast
lautlos
mit leisen Schritten
hinaus
den Berg
hinauf

meine Beine
deine Füße

zwischen
zwei
zwickenden

Stellen

ich renn
dir hinterher

es erscheint
mir so
gespalten

über uns
kein Himmel

die Sterne
alle
erloschen
der Mond
fiel schon vor
vielen Nächten
langsam
aus den Wolken
die Sonne
hast du ausgepustet
gelöscht
mit unseren Tränen
die wir in
Tassen
in meinem
Küchenschrank
sorgfältig
sammelten

unter uns
kein Boden
das Gras vertrocknete
als die Sonne
noch loderte
die Blumen verwelkt
wie die Toten
unserer Welt
Familien
Geliebte
Opfer
Täter

tu nicht
so

als wüsstest
du
es nicht

Todesangst
Tango
Trommelwirbel

du
ich
der Berg

nichts
niemand
unter
über oder
neben uns

nur wir selbst
eventuell
neben uns

ich erscheine
mir so
gespalten

wer du
wohl bist
ob ich
dich sehen
kann
so wie ich
sie und ihn
einst sah
ob wir es beide
wissen

was wissen
willst du
wissen

wann wir
wieder
tanzen
werden

antworte ich
leise

leise
so wie wir
uns gegenüber
saßen
Soße
in unsere Münder
schüttend

Vanille
Vanillesoße
aus
Vanilleschoten

wahrlich
wunderlich
dieser Tanz
von uns

versunken
ertrunken
in Vanillesoße